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Regionalpark-Idee nimmt Formen an

  • Die Robertsmühle am Eingang zum Eisenberger Mühltal (Foto), Glocken aus Apolda, die Stifterfiguren im Naumburger Dom, der Jentower in Jena und die Leuchtenburg bei Kahla – Landmarken in der Region, die zum Regionalpark „Saale – Ilm – Unstrut“ entwickelt werden sollen. Foto: Angelika Munteanu Die Robertsmühle am Eingang zum Eisenberger Mühltal (Foto), Glocken aus Apolda, die Stifterfiguren im Naumburger Dom, der Jentower in Jena und die Leuchtenburg bei Kahla – Landmarken in der Region, die zum Regionalpark „Saale – Ilm – Unstrut“ entwickelt werden sollen. Foto: Angelika Munteanu
Saale-Holzland, Jena, Weimarer Land und Burgenlandkreis wollen die Region gemeinsam entwickeln.
Eisenberg/JenaGanz neu ist die Idee eines Regionalparks „Saale – Ilm – Unstrut“ nicht. Jedenfalls nicht in der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Saale-Holzland, wo sie vor zwei Jahren schon von Bürgermeistern und anderen Akteuren aus dem Landkreis diskutiert wurde. Jetzt soll die Idee von einem Regionalpark, für den der Saale-Holzland-Kreis, die Stadt Jena, das Weimarer Land und das Burgenland kreis- und bundeslandübergreifend kooperieren wollen, Wirklichkeit werden.

Bislang ist die Idee in einer Projektskizze festgehalten. Vorgelegt wurde sie im November 2017 vom Baudezernat der Stadt Jena. Ziel der Kooperation ist es, eine bedeutende Kulturlandschaft Europas gemeinsam zu entwickeln und als Wirtschafts-, Wohn- und Tourismus-Standort für die Zukunft zu stärken. Fürs Erste ist die Region um die Stadt Jena zwischen Apolda, Naumburg und Bad Kösen, Kahla und Schlöben sowie Bürgel und Eisenberg abgesteckt. „Das ist eine grobe Abgrenzung als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen“, hieß es gestern auf Zeitungsnachfrage aus der Stadtverwaltung Jena.

Derzeit soll ein Kooperationsvertrag auf den Weg gebracht werden mit den beteiligten Gebietskörperschaften und den Aktionsgruppen in der Region: der RAG Saale-Holzland, RAG Weimarer Land – Mittelthüringen und LAG Naturpark Saale-Unstrut-Triasland. Das sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, Fördermittel aus dem sogenannten LEADER-Programm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums beantragen zu können.

Mit Hilfe der EU-Fördermittel soll kurzfristig als ein erster Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Die soll noch in diesem Jahr entstehen und sie soll sagen, ob sich die Idee von einem Regionalpark „Saale-Ilm-Unstrut“ überhaupt umsetzen lässt.

Außerdem soll die Studie den Geltungsbereich des Regionalparks auf Grundlage der „Grobabgrenzung“ aus der Projektskizze untersuchen und exakt definieren.

Und die Studie soll ein Konzept liefern zur Umsetzung der Projektidee, indem sie konkrete Vorhaben für die Entwicklung des Regionalparks benennt. In den Jahren danach bis 2030 sollen die Vorhaben schrittweise verwirklicht werden. Für den Regionalpark gibt es gute Startvoraussetzungen. Dazu nennt die Projektskizze:

Weinanbau im Saale- und Ilmtal bis hinein in die Saale-Unstrut-Region (Weinstraße)

Leuchtenburg und Thüringer Porzellan

Vermarktung regionaler Produkte, Landmärkte wie in Reinstädt und Eisenberg, die Töpferstadt Bürgel, die Genussregion Weimarer Land

Thüringer Tischkultur

Auerworld-Open-Air-Festival, Kunst & Kultur (Auerstedt)

AmVieh Theater in Beulbar

Naturerlebniszentrum Forst/Schottplatz in Jena

Wellness- und Gesundheitstourismus, etwa die Toskana-Therme in Bad Sulza

kulturhistorisch bedeutende Bauwerke an Saale und Ilm

Dornburg als Projekt zur Internationalen Bauausstellung

Waldkliniken Eisenberg

Sommerfrische im Eisenberger Mühltal

Lehrpfad „Spuren der Eiszeit“ im Bereich Ilm/Ur-Ilm

Naturerlebnis Zeitzgrund mit Baumhäusern zur Übernachtung und Baumwipfelpfad

Himmelsscheibe von Nebra

Burgen, Dome und Schlösser im Burgenlandkreis

Wenn die Machbarkeitsstudie steht, soll sie in den Kreistagen und im Jenaer Stadtrat vorgestellt werden. Für den Kreistag im Saale-Holzland-Kreis wird sie zur Sitzung am 7. März ein Thema sein. Per Kreistagsbeschluss möchte Landrat Andreas Heller (CDU) die Legitimation, die Kooperation mit den Projektpartnern einzugehen, damit die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden kann.

Mit Kosten von 54 000 Euro wird für die Studie gerechnet. Die Akteure erhoffen sich Fördermittel in Höhe von 43 200 Euro. Die 10 800 Euro Eigenanteil teilen sich auf die Gebietskörperschaften auf. Der Saale-Holzland-Kreis wäre wie auch Jena und das Weimarer Land mit jeweils 3000 Euro beteiligt. 1800 Euro soll der Burgenlandkreis beisteuern. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses verwiesen Heller und der CDU-Fraktionsvorsitzende und zugleich Vorsitzende des Tourismusverbandes Harald Kramer auf den Zeitdruck, damit die Fördermittel beantragt und die Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden können. In die inhaltliche Erarbeitung und Umsetzung des Regionalparks sollen die Fachausschüsse einbezogen werden. Der Kreisausschuss empfahl, die Vorlage einstimmig im Kreistag zu beschließen.

Kreistagssitzung am Mittwoch, 7. März, 17 Uhr im Kaisersaal im Eisenberger Schloss

Angelika Munteanu / 24.02.18 / OTZ
Z0R0144101502
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