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Pläne zu Sanierung und Umbau der Therme Masserberg werden konkreter

  • Die Zukunft des sanierungsbedürftigen und seit zwei Jahren geschlossenen Badehauses in Masserberg ist hoffnungsvoll, aber noch nicht endgültig entschieden. Das Zeltdach überspannt auch einen Teil des Reha-Klinikkomplexes. Foto: Gerald Müller Die Zukunft des sanierungsbedürftigen und seit zwei Jahren geschlossenen Badehauses in Masserberg ist hoffnungsvoll, aber noch nicht endgültig entschieden. Das Zeltdach überspannt auch einen Teil des Reha-Klinikkomplexes. Foto: Gerald Müller
Die Generalsanierung des Badehauses in Masserberg kann möglicherweise 2019 beginnen - Verhandlungen befinden sich auf der Zielgeraden.
MasserbergDie derzeitige Winterlandschaft in Masserberg ist beeindruckend. Bis zu 50 Zentimeter Schnee liegen, mehrere Kilometer Loipen sind gespurt, Hunderte Besucher kommen täglich in die Gemeinde im Kreis Hildburghausen, die sich über Thüringen hinaus einen Namen für erholsame Urlaubs- und Kur-Aufenthalte gemacht hat.

Anziehungspunkt war dabei auch stets das Badehaus mit seinem imposanten Zeltdach. Doch die Türen des dringend sanierungsbedürftigen Hauses sind mittlerweile seit zwei Jahren geschlossen. Allerdings wird im Innern geheizt, um den weiteren Verfall aufzuhalten. Denn irgendwann soll die Therme wieder öffnen.

Eine ganze Region bangt seit der Schließung, die in Hotels, Gaststätten oder in der Reha-Klinik einen Gäste-Rückgang von etwa zehn bis 15 Prozent zur Folge hatte, um die Zukunft. Deshalb war die Erleichterung groß, als das Land Thüringen vor einigen Monaten vermeldete, dass sie die Generalsanierung mit acht Millionen Euro unterstützen wird. Der damalige Wirtschafts-Staatssekretär und jetzige Innenminister Georg Maier (SPD) hatte sich persönlich stark dafür eingesetzt, dass das 1994 eröffnete Badehaus nicht abgerissen werden muss. Ein durchaus diskutiertes Szenario, denn das jährliche Defizit betrug rund 600.000 Euro, die Kur- und Touristik GmbH als Betreiber befindet sich seit rund sechs Jahren in der Insolvenz und die Gemeinde als Eigentümer verfügt ebenfalls über keine Gelder.

  • Im Innern der Therme, in der es mehrere Becken gibt, wird weiterhin geheizt. Archiv-Foto: Alexander Volkmann Im Innern der Therme, in der es mehrere Becken gibt, wird weiterhin geheizt. Archiv-Foto: Alexander Volkmann
Doch nachdem ein Betriebs- sowie touristisches Konzept eingereicht wurden und unabhängige Gutachter aus der Schweiz eine positive Prognose stellten, gab das Land Thüringen grünes Licht für den Fortbestand der Therme. „Da wir den Thüringer Wald voranbringen wollen, wäre eine dauerhafte Schließung beziehungsweise ein Abriss eine Katastrophe für die gesamte Region“ sagte damals Maier.

Doch zugleich wurde stets darauf verwiesen, dass der Plan nur bei einer komplexen Lösung funktionieren kann. Dazu zählt vor allem, dass sich ein Betreiber für die insolvente Reha-Klinik finden muss, die sich mit dem angrenzenden Badehaus zudem auch noch technische Bereiche teilt. Deshalb war die Freude riesig, als im September ein regionaler Klinikverbund eine Absichtserklärung abgab.

Zu den Gesellschaftern der Regiomed GmbH zählen der Krankenhausverband Coburg und der fränkische Kreis Lichtenfels sowie die Thüringer Landkreise Sonneberg und Hildburghausen. Der Klinikverbund unterhält zwölf kommunale Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren und Altenheime, womit eine starke Verbindung zur Region gegeben ist.

An der Absicht des Einstiegs hat sich nichts geändert, doch noch sind die Verträge nicht unterschrieben. Erst, wenn das passiert ist und die entsprechenden behördlichen Genehmigungen vorliegen, ist der Fortbestand der Therme gesichert. Man befinde sich auf der Zielgeraden, ist von mehreren Seiten zu hören. Das Wirtschaftsministerium fungiert dabei als Moderator, dort ist man überzeugt, dass keine Alternative zur Sanierung existiert. Und so sitzen regelmäßig Vertreter unterschiedlicher Ministerien, der Gemeinde und von Regiomed an einem Tisch, um letzte Kleinigkeiten zu klären.

Vielleicht, so die Hoffnung, werden die Verträge schon im Januar 2018 unterschrieben. Ist das geschehen, könnten danach die verschiedenen Ausschreibungen erfolgen, 2019 würde die Bautätigkeit beginnen. Und 2021 womöglich das Badehaus in neuem Glanz erstrahlen.

Bürgermeister Denis Wagner (Freie Wähler) schwebt eine Wald-Wellness-Anlage vor, geplant ist mithilfe der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen eine völlige Umgestaltung. So würde der Saunabereich aus dem Erdgeschoss in die obere Etage verlagert werden – mit riesigem Außenbereich bis hin zum nahen Rennsteig. Auch die Wasserbecken sollen ein neues Aussehen erhalten, wobei das Badehaus weiterhin kein Spaßbad mit Riesenrutschen sein soll.

Die Defizite, die es auch künftig geben dürfte, könnten unter anderem über den Kurlasten-Ausgleich seitens der Gemeinde als Betreiber ausgeglichen werden.

Dort, in Masserberg, hat es die letzten Tage viel geschneit. Auch das Badehaus ist in weiß gehüllt. Das wirkt wie ein Schleier, der vielleicht bald gelüftet wird?


Gerald Müller / 12.12.17 / TA
Z0R0139600433
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