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Große Pläne sollen Tourismus in Saalburg ankurbeln

  • Neben neuen Ferienhäusern soll in Saalburg auch ein Therapeutisches Kinderdorf entstehen. Grafik: Rico Tietze Neben neuen Ferienhäusern soll in Saalburg auch ein Therapeutisches Kinderdorf entstehen. Grafik: Rico Tietze
SMS- Organisator plant hochwertige Ferienhäuser und Therapeutisches Kinderdorf
SaalburgRico Tietze will mehr in Saalburg bewegen, als nur das SonneMondSterne-Festival zu organisieren. Er und seine Frau Bine wollen ein Tourismus­konzept auf die Beine stellen, das Besucher das ganze Jahr nach Saalburg locken soll.

„Als wir auf der Suche nach einer Location für SMS waren und alle Bundes- sowie Landstraßen in Thüringen abgefahren sind, haben wir uns direkt in Saalburg verliebt“, schildert ­Rico Tietze. „Früher gab es hier am Saaleufer nur Steine und ­Gestrüpp, heute lockt ein Sandstrand die Badegäste an.“ Nicht nur aus der näheren Umgebung, auch aus Plauen, Hof, Jena oder Bayreuth.

Vor fünf Jahren entstand dann die Idee, diesen Strand weiterzuentwickeln. „Viele der SMS-Besucher haben mich angesprochen, dass sie in Saalburg nicht nur für ein Wochenende Urlaub machen möchten, aber keine geeigneten Unterkünfte vorhanden wären“, so Rico Tietze. Seit 1. Januar ist die Pachtvereinbarung für den Sandstrand mit der Stadt Saalburg-Ebersdorf unterschrieben. Das Areal bleibe aber trotzdem für die Öffentlichkeit frei zugänglich, verspricht Rico Tietze.

Um noch mehr Gäste nach Saalburg zu locken, will das Ehepaar Tietze eine Marina, also eine Steganlage für mehrere Boote bauen. Rund 30 bis 40 Boote sollen dort Platz finden. „Das Einzigartige daran ist, dass wir auch eine Boots­tankstelle dort geplant haben“, erläutert Rico Tietze. „Das gibt es sonst nicht am Stausee.“ Neben der Marina sollen auch ein Restaurant und öffentliche ­Toiletten dort entstehen.

Und noch eine Neuheit planen Rico Tietze und seine Frau. Qualitativ hochwertige Ferienhäuser, für all die Gäste, die nicht in einem Hotel übernachten wollen. „Ein solches Angebot vermissen viele Besucher in dieser Gegend.“ Vor anderthalb Jahren hat das Ehepaar Tietze an dem Bebauungsplan mitgearbeitet. Einen Teil der Fläche wollen sie vom Energieversorger Vattenfall pachten.

Im vergangenen Jahr wurde das Gebiet zwischen der Sperrmauer und Saalburg von der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) in einem Auswahlverfahren für den Architektourismus ausgewählt. Dabei ist eine prototypenhafte Entwicklung einer innovativen und zugleich regionalen Architektursprache für Ferienhäuser geplant. „Die Häuser werden aus einheimischem Material gefertigt, sollen aber modern sein – mit Kaminofen, Sauna und vielem mehr“, sagt Rico Tietze. Rund 20 Ferienhäuser sollen so entstehen, laut Plan gemeinsam mit der Strandentwicklung zwischen 2019 und 2020.

„Um das Grundstück für die Ferienhäuser gab es einen Mitbewerber, der dort ein fünfstöckiges Luxushotel bauen wollte“, erklärt der SMS-Organisator. Der Stadtrat Saalburg-Ebersdorf hat in einer Sitzung die Argumente beider Projekte gegeneinander abgewogen und dann einstimmig grünes Licht für das Ehepaar Tietze gegeben. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des Unternehmens Vattenfall für die Verpachtung einer Grundstücksfläche. Die laut Vattenfall notwendige Empfehlung des Landrats Thomas Fügmann als Vorsitzender der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist an des Unternehmen ist bereits verschickt. „Ich bin zuversichtlich, dass alles zeitnah klappen wird.“

Aber damit noch nicht genug. Nach der Fertigstellung des Strandes und der Ferienhäuser ist ein weiteres Projekt geplant. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, so Rico Tietze. Er und seine Frau planen ein Therapeutisches Sport- und Feriendorf namens „LaLaLand“. Dieses soll am Standort des derzeitigen Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums Kloster (SEZ) entstehen. Dieses wird derzeit vom Landessportbund betrieben. „Wir stehen aktuell in Verhandlungen mit dem Bund“, so Rico Tietze. Er will das Grundstück kaufen. Ein entsprechender Kaufantrag liegt der Stadtverwaltung bereits vor. Der Landessportbund soll laut den bisherigen Plänen den ­Betrieb des SEZ fünf bis sechs Jahr aufrecht erhalten.

Danach übernimmt das Ehepaar Tietze. Das Zentrum wird abgerissen und ein Kinderdorf mit Indoorschwimmbad, Kleinkunstbühne, Töpferwerkstatt und Großküche soll entstehen. Das Konzept ist zweigeteilt: Zum einem soll das bisherige Angebot des SEZ mit Ferien­lager beibehalten werden. Zum anderen soll eine karitative Einrichtung entstehen, die ganzjährig Kinder mit traumatischem Hintergrund betreuen soll. „Wir werden ein Netzwerk mit verschiedenen Kinderheimen aufbauen“, so Rico Tietze. In rund acht Jahren soll das Projekt ­fertiggestellt sein.

„Insgesamt werden die drei Projekte rund zehn Millionen Euro kosten“, schätzt er. „Und dann haben wir einen bunten Strauß an Tourismusangeboten in Saalburg.“


Sophie Filipiak / 17.02.18 / OTZ
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