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Einziger Solarpark in Jena versorgt 1000 Haushalte

  • Wer sich auf den Weg nach Ilmnitz begibt, kann den Solarpark linker Hand auf dem Feld erkennen. Foto: Christian Voigt Wer sich auf den Weg nach Ilmnitz begibt, kann den Solarpark linker Hand auf dem Feld erkennen. Foto: Christian Voigt
Im Juli ging Jenas einziger Solarpark ans Netz, der jetzt 1000 Haushalte versorgt. Auf der früheren Schadstoffdeponie in Ilmnitz findet man nun eine Anlage mit 8360 Photovoltaik-Modulen.
Ilmnitz. Heimlich, still und leise, so könnte man meinen, ist im Juli Jenas bisher einziger Solarpark ans Netz gegangen.

Gewiss habe es einige Probleme gegeben, sagte Uwe Feige, Werkleiter des Kommunalservice Jena KSJ und somit des Bauherrn der Anlage. "Die Pläne bestanden schon lange, bis zur Umsetzung ist aber leider viel Zeit vergangen." Bereits im Februar des vergangenen Jahres drückte der KSJ-Chef auf die Tube, was die Errichtung eines Solarparks in Jena betrifft - immerhin in Stunden gemessen eine der sonnenreichsten Städte Deutschlands.

Im Zuge der Subventionskürzungen, die der Solarindustrie angekündigt waren, trat Feige die Flucht nach vorn an: Auf der Fläche der früheren Schadstoffdeponie in Ilmnitz müsse ein Solarpark errichtet werden, jetzt oder nie. Immerhin hänge daran auch eine Einspeisevergütung für ökologischen Strom im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) - die Investitionskosten würden demnach wieder eingespielt. Langes Warten hätte die Rentierlichkeit stetig sinken lassen.

"Schott Solar hatte sich leider nicht mehr beteiligt"

"Im Herbst des vergangenen Jahres stand der Park endlich", sagte Feige. "Die Erzeugung von Energie durch Solaranlagen war hoch subventioniert, das hat natürlich auch auf die Hersteller gewirkt." Nach der Ausschreibung habe er jedoch eine Firma vermisst. "Ab einem Tag X hat sich Schott Solar leider nicht mehr beteiligt. Die Ausschreibung gewann die Firma Solon aus Berlin", sagte Feige. Da zudem der deutsche Solarmarkt arg gebeutelt sei und in Fernost billiger produziert werde, spreche die Anlage "nun aber leider chinesisch".

Nach der Fertigstellung des Parks im Herbst 2012 sei nochmals ein halbes Jahr ins Land gegangen. "Wir wollten den Park an die Thüringer Energienetze GmbH anschließen, haben aber lange Zeit nichts von ihnen gehört und mussten den Weg über einen Anwalt suchen", sagte der KSJ-Chef. Schließlich sei die Anlage an das Netz der Stadtwerke angeschlossen worden und ist seit Ende Juli dieses Jahres in Betrieb. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa zwei Millionen Euro - nur gut die Hälfte der 2012 veranschlagten Summe.

"Gesamtleistung von gut zwei Megawatt"

Der Solarpark besteht aus 8360 Photovoltaik-Modulen, die jeweils 240 Watt Spitzenleistung haben. "Wir kommen damit auf eine Gesamtleistung von gut zwei Megawatt", sagte Christopher Helbig, Abteilungsleiter für Elektrotechnik beim KSJ. In guten, sonnenintensiven Wochen könnten so bis zu 70.000 Kilowattstunden eingespeist werden. "Gemittelt über die bisherige Betriebszeit liegen wir bei etwa 50.000 Kilowattstunden pro Woche", sagte Helbig.

Dass es in Jena bisher nur einen Solarpark gebe, sei auch eine Frage der Flächen, sagte Stadtentwicklungs- und Umweltdezernent Denis Peisker (Bündnisgrüne). "Die Anlage in Ilmnitz ist aber ein schönes Symbol dafür, wie man als Stadt einen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Anstelle der alten Deponie steht jetzt ein Solarpark." Auch wenn der Park von der Größe her überschaubar sei, so rechne er sich dennoch, sagte Peisker. "Geht man von 900 Sonnenstunden im Jahr aus und zieht den Jenaer Durchschnittsverbrauch von 1500 Kilowattstunden pro Haushalt heran, dann können etwa 1000 Haushalte versorgt werden."

Die Ilmnitzer selbst sind stolz auf die Anlage. "Früher haben NVA, Klinikum und andere Firmen dort viel Müll und Schadstoffe abgeladen. Jetzt wird es wenigstens sinnvoll genutzt", sagte Ortsteilbürgermeisterin Elisabeth Maria Meyer. "Man hätte das viel früher forcieren müssen."


Christian Voigt / 02.10.13 / TLZ
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