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Auf der Saale unterwegs

  • Michael Oechsner (vorn) freut sich auf zahlreiche Gäste, die mit seinem Mitarbeiter Tom Greiner-Perth, auf Erlebnistour gehen. Seine Boote kann man auch mieten, damit man selbstständig die Saale erkunden kann. Foto: Marcus Pfeiffer Michael Oechsner (vorn) freut sich auf zahlreiche Gäste, die mit seinem Mitarbeiter Tom Greiner-Perth, auf Erlebnistour gehen. Seine Boote kann man auch mieten, damit man selbstständig die Saale erkunden kann. Foto: Marcus Pfeiffer
Abenteuer in Thüringen erhält das Qualitätssiegel des Deutschen Tourismusverbands. Ein Grund mehr auf dem Wasser durchzustarten.
Bodelwitz/OrlamündeDer Deutsche Tourismusverband (DTV) verlieh dem Kanutouren-Reiseveranstalter "Abenteuer in Thüringen" das Qualitätssiegel. "Damit verpflichten wir uns, umweltschützend zu verhalten", sagt Inhaber Michael Oechsner. Ganz konkret bedeutet dies zum Beispiel, nicht an seichten Stellen mit den Kanus und Schlauchboten zu paddeln, damit der Flussgrund und das Tier- und Pflanzenreich nicht zerstört wird. Also rücksichtsvoll mit dem Flussgebiet umzugehen, denn "noch immer glauben viele Einheimische, dass das Saalewasser unsauber ist", so Oechsner.

Das das nicht zutreffend ist, beweisen die Biber, die am Grundstück zu finden sind und laute Geräusche machen. "Das erschreckt oft unsere Übernachtungsgäste. Dann erzählen wir von unserem Maskottchen, dem Wer-Biber", umschreibt er die Legende. "Das ist natürlich kein Biber, der vom Werwolf gebissen wurde", sagt er lachend. Die Biber schlagen mit ihren Schwänzen aufs Wasser, um Artgenossen auf Gefahren hinzuweisen.

Zwischen Rudolstadt und Jena bietet der Bodelwitzer unter anderem Boots-, Klettertouren, Kanuverleih und Klassenfahrten an. Vor mehr als zehn Jahren begann er mit seiner damaligen Frau an der Talsperre Hohenwarte. Dort fuhr er mit Booten Schulklassen über die Saale. "An der Linkenmühle ging es los, doch schon bald merkten wir, dass man verkehrstechnisch schlecht angebunden ist. Seit der Sanierung der Straße dürfen keine Reisebusse mehr hinab fahren", begründet er die Verlegung seiner Abenteuertouren nach Orlamünde. "Damit konnten wir nicht mehr punkten, weil große Gruppen nur unter einigen Schwierigkeiten zur Anlegestelle kommen konnten"

Am Sportplatz in Orlamünde fanden sie schließlich 2011 einen geeigneten Standort. Verkehrstechnisch ist er viel besser erreichbar durch die B88 und die Zuganbindung. Die Entscheidung schien goldrichtig, denn "die Schüler erzählten es ihren Eltern, wie cool es ist, auf der Saale zu paddeln, und die wiederum trugen es in ihre Firmen hinein", sagt er stolz. Acht Kanus und jeweils sechs 10-Personen- und 4-Personen-Schlauchboote hat Oechsner mittlerweile.

Seit dem entwickelte er sein Konzept ständig weiter: Es gibt ein Feriencamp auf dem Gelände, Grillabende, Bogenschießen, eine Kletterwand und auch Kurioses, wie eine Sauna in einem Wohnwagen. "Die jetzt beginnende Saison ist voll ausgebucht. Sieben Tage die Woche kommen Vereine, Schulklassen und Firmen. Mit meinen 11 Mitarbeitern sind wir voll ausgelastet", freut sich Oechsner.

Ein wenig Sorgen bereitet ihm die Personalsituation, als Ausbilder, kann er neue Mitarbeiter zu Erlebnispädagogen anlernen. "Nach einer Saison sind sie bereit, selbstständig Touren zu führen, aber wenige kommen dann im nächsten Sommer wieder."

In Saalfeld wünscht sich Oechsner auch eine Anlegestelle, um dort Touren durchführen zu können. "Ein Wehr bereitet uns Sorgen, da muss die Kommune noch nacharbeiten."


Marcus Pfeiffer / 20.05.17 / OTZ
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